Motorradtour Kalifornien/USA Teil3

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Dank eines Hinweises von Heikes Chef verlassen wir die geplante Route und steuern den Lake Powel an. Wir halten noch an verschieden Aussichtspunkten am Grand Canyon, unter anderem am dessert view mit seinem watch tower, ein Turm mit Indianerzeichnungen innen an den runden Wänden. Hier fülle ich auch die Wasserflaschen am Brunnen auf, das Wasser im Motel war gräßlich. Beim Fahren in angenehmen Temperaturen und bei niedriger Luftfeuchtigkeit bekommt Wasser eine ganz wichtige Bedeutung, inbesonders wenn Du, wie wir mit dem Motorrad unterwegs bist, und dadurch der Körper dem Fahrtwind ausgesetzt ist. Je angenehmer der Wind, um so mehr wird der Körper ausgetrocknet. Hier mal eine Zahl: Wenn wir abends am Ziel unserer Etappe sind, laden wir die Maschine ab und gehen Einkaufen. Dabei ist immer 1 Gallone (ca. 3,4 Liter) Wasser auf unserem Einkaufszettel. Die ich dann des öfteren innerhalb einer Stunde austrinke. Solltest Du mal auf einer Tour das Essen oben einfüllen, aber nichts kommt wieder raus, liegt es oft an mangelnder Flüssigkeitszufuhr.
Am Glendale Damm besuchen wir das visitor center und erhalten Auskunft über einen Campingplatz und wo man Bootstouren auf dem Lake Powel buchen sollte. Wo ich gerade dabei bin, hier noch ein Hinweis auf die visitor center an vielen Sehenswürdigkeiten: Bitte aufsuchen, denn sie bieten meist Aktuelles der näheren Umgebung (außer den Informationen zur und um die Sehenswürdigkeit) was Veranstaltungen, Attraktionen (Paraden, Feiern) oder eben Campingplätze und geführte Touren angeht.
Und hier sehen wir zum ersten Mal Motorradreisen a la USA: Eine Honda Goldwing mit Anhänger und großer Kühlbox auf der Deichsel, eben alles was man so braucht, um sich das Leben auch 'on tour' angenehm zu gestalten.
Der 1.Campingplatz, den wir anfahren, ist nur für RV’s (recreation vehicle = Wohnmobile). Am 2. Campingplatz erhalten wir einen Briefumschlag und einen Zettel und die Anweisung: Sucht euch selbst einen Platz. Wir fahren los und haben die Qual der Wahl. Nach längerem Suchen entscheiden wir uns für einen Platz zwischen 2 Bäumen mit Tisch und Bank daneben. Nachdem wir uns entschieden haben, wie lange wir bleiben, schreiben wir das Abreisedatum auf den Zettel und stecken das Geld in den Briefumschlag. Der Zettel kommt an einen Pfahl vor unserem Zelt, der Briefumschlag in den Briefkasten am Eingang. Die Waschmaschinen des ersten, besser ausgestatteten Campingplatzes, dürfen wir übrigens mitbenutzen.
Nachdem wir unser Zelt aufgeschlagen haben, fahren wir an den See nach San Marina, buchen eine Schiffstour für Morgen, und genießen unser Abendbrot im Abendrot: Cheeseburger. Nein bitte nicht gleich die Nase rümpfen. McDonald Cheeseburger und Cheeseburger muß nicht das selbe sein. Wenn man einen Cheeseburger in einem Cafe in USA ißt, können Welten dazwischen liegen. Nimmt man noch das Angebot der Salatbar dazu, ist das Essen auch aus gesundheitlicher Sicht nicht zu verachten. Wenn ich ins Ausland fahre, brauche ich kein Eisbein mit Sauerkraut.
Zurück am Zelt frischt der Wind auf und ich muß trotz Igluzelt die Heringe fürs Doppeldach einschlagen und mit Steinen beschweren. Es wird eine unruhige Nacht: Halten die Leinen oder reißt der Wind unser Dach weg.
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Früh aufstehen ist angesagt. Unser Boot geht um 7:30 und wir wollen vorher noch Frühstücken damit ist die Nacht um 6:00 zu Ende. Wir fahren zum Hafen und finden direkt am Bootsanleger ein kleines Restaurant. So gehen wir gut gestärkt an Bord, bekommen einen guten Platz auf dem Oberdeck und können die 2stündige Fahrt zur Rainbowbridge in vollen Zügen genießen. Der Lake Powel ist ein Stausee. Immer wieder ragen rote Felsen aus dem Wasser. Wir überholen Hausboot, auch eine Idee, in Natur pur, den Urlaub zu genießen. Der Aufenthalt am Ziel, der Rainbow bridge beträgt nur eine ½ Stunde, das reicht gerade für den Weg hin und zurück sowie einige Bilder. So wird die Fahrt zum eigentlichen Ziel.
Am Nachmittag ruft die Pflicht, Wäsche waschen, Tagebuch schreiben und Route planen.
Am Abend fahren wir wieder an den Bootsanleger, es ist Wochenende so können wir beim Abendbrot den Wochenendkapitänen beim zu Wasser lassen ihrer Boote zuschauen. Auf dem Weg zum Zelt sehen wir, daß das Amphitheater des Campingplatzes beleuchtet ist. Ein Diavortrag über eine Wanderung durch den Glenn canyon, nicht nur informativ, sondern auch sehr lustig vorgetragen. Ein schöner Abschluß unseres Aufenthaltes am Lake Powel.
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Unser Ziel heute, Ihr kennt es aus vielen Western, richtig: Monument Valley. Wir finden einen Campground auf der roten Erde und ganz entgegen der Erwartung, wir befinden uns schließlich in einer Wüstengegend, ziehen dunkle Wolken auf. Wir schaffen es gerade unser Zelt aufzubauen und die Maschine abzuladen, schon müssen wir vor den ersten Tropfen ins Zelt flüchten. Wir machen aus der Not eine Tugend und werden ganz untugendhaft. Als wir wieder raus gucken, ist der Regen vorbei. Wir gehen an die Rezeption und genießen einen kostenlosen Kaffee. Dann hören wir, wie Leute gesucht werden, wir sind gemeint schei... Wir hatten uns für eine sunrise tour in den Monument Valley National Park angemeldet und vergessen, daß wir hier die Uhren eine Stunde vorstellen müssen, wir haben eine Zeitzone überschritten. Wir flitzen zum Zelt holen die Kamera. Vorm Zelt wartet schon der Tourbus. Die schon wartenden Fahrgäste schauen etwas vorwurfsvoll. Die Fahrt ging vorbei an den Felsen die wir bisher nur im Fernsehen gesehen hatten. Die untergehende Sonne färbt alles nochmal so rot. Um 19:00 Uhr zurück am Campingplatz, zog ich mir schnell eine lange Hose an (bei der Abfahrt hatte ich mich nicht getraut die Leute noch länger warten zu lassen, bis wir beide umgezogen waren) und wir gingen im einzigen Restaurant am Ort zu einem schnellen Diner, um 20:00 Uhr ist Feierabend und das Tal geht schlafen und so gehen auch wir früh schlafen, zwischen den roten Felsen.
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Wir schliefen bis uns die Wärme der Sonnenstrahlen aus den Schlafsäcken trieb. Gefrühstückt wurde auf der Bank vor der Rezeption mit kostenlosen Kaffee und Sandwiches in der Mikrowelle heiß gemacht, bis der Käse schmilzt. Wir packen unser Zeug zusammen, das ist der Nachteil am Zelten, es dauert immer eine ganze Weile, ehe wir abreisefertig sind. Die ausgewählte Route nach Mesa Verde ist sehr schön, ich bekomme sogar ein Lob. Doch dann grollt uns der Wettergott, es ziehen dunkle Wolken auf und unter den Wolken wird es kalt, es fängt wieder an zu regnen. Diesmal können wir es uns nicht im Zelt gemütlich machen, sondern finden bei einer Tankstelle eine Unterschlupf. Hier treffen wir auch die Goldwings wieder, die uns kurz zuvor freundlich winkend überholt haben. Die Motorräder waren ausgestattet mit Funkgeräten und Ständern für die Videokamera. Ich fülle den Tank auf und Heike zieht sich vorsichtshalber und zur Wärme den Regenkombi an. Unser nächster Stop ist Four Corner. Hier stoßen vier Staaten aneinander Arizona, New Mexico, Colorado und Utah. Ein betoniertes Quadrat mit einem aufgemaltem Kreuz, die rechtwinklig aufeinander stoßenden Landesgrenzen. Und Heike mitten darauf im Regenkombi drum herum einige Verkaufsbuden mit selbst gemachtem Schmuck von Indianern die Heike anschauten wie den Mensch vom anderen Stern. Einen Regenkombi hatten die Menschen hier bestimmt noch nie gesehen. Einer wagte es dann Heike anzusprechen was 'das' den wäre? Der Himmel reißt auf und die Sonne lacht wieder auf uns hernieder. Wir fahren weiter über St. Cortez nach Mesa Verde. Die Berge die vor uns auftauchen sind schneebedeckt, welch ein Kontrast wir kommen doch gerade aus der Wüste. Wir fahren aufwärts, am Eingang des National Parks angekommen fragen wir den Rancher nach der Nachttemperatur: 0 Grad, nichts für uns, also wieder runter nach St. Cortez ein Motel gesucht. Die Decke des Badezimmer ist mit Glimmersteine übersät. Sie glitzern wie kleine Sterne. Das Waschbecken durchzieht eine Goldader, uns gefällt’s. Wir haben gerade die Sachen ins Zimmer gebracht, schon fängt es wieder an zu regnen. Wir haben draußen ein Jacuzzi entdeckt und beschließen uns dort aufzuwärmen. Dort treffen wir Vater und Tochter, die mit dem Auto in Ihrem 14tägigen Urlaub mal kurz das Land von Ost nach West durchquerten. Es ist schon ein heißes Gefühl im Jacuzzi zu sitzen, wenn über einem die Blitze zucken. Beim Erzählen erfahren wir, daß es heute in den Bergen gehagelt hat. Hier im heißen Pool läuft einem ein angenehmer Schauer den Rücken herunter bei dem Gedanken, das hätte uns auf dem Motorrad erwischt. Das Leben ist doch schön, oder? Nach dem ausführlichen heißen Bad sinken wir erschöpft ins Bett und schlafen. Zum Abendessen fahren wir in den Ort, finden aber nichts was uns gefällt. Zurück an unserem Motel sehen wir, daß ein Restaurant zur Anlage gehört. Wir treffen die Beiden vom Pool wieder. Wir Vier sind die einzigen Gäste im Lokal, doch das riesige Büfett ist trotzdem sehr gut, all you can eat für $4,99 genau das richtig für mich. Wir sitzen noch lange zusammen am Tisch und reden über Reiseerlebnisse. Erst spät in der Nacht gehen wir ins Bett.
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Das heutige Ziel ist Mesa Verde, eine, in den Fels gehauene, Indianer Siedlung, Der Weg führt wieder in die Berge, 20km Bergstrecke durch den Wald, die Wolken hängen tief und lassen dann auch noch den Regen heraus. Die Regenkombis liegen im Hotel, wir ziehen die Regenjacken an doch die Hosenbeine werden naß. Am Visitor-Center fahren wir ein Restaurant an, doch hier gibt es kein Frühstück. Also wieder hinaus in den Regen und auf die nasse Maschine, zurück zum Schnellrestaurant. Dort bekamen wir anstatt Ham&Cheese Omlett, Ham&Cheese Sandwich mit Rührei. Aber dafür saßen wir warm und trocken. Im Giftshop kaufte sich Heike eine Indianerpuppe. Wir konnten die Puppe dort lassen und auf dem Rückweg abholen.
Auf dem Weg zum Mesa Verde Nation Monument kamen wir noch an einer weiteren verlassenen Indianersiedlung vorbei die wir ohne Führung besuchen konnten, danach machten wir Rast auf einer Mauer. Eine Familie bewaffnet mit Videokamera kam auf uns zu und filmte Heike, Sie hielten Sie für Melanie, ein amerikanischen TV Star.
Das National Monument Mesa Verde war für amerikanische Verhältnisse sehr ungewöhnlich. Der Einstieg erfolgte über Leitern die an den Berg gelehnt waren, Unterwegs mußten wir uns noch durch eine schmale Felsöffnung zwängen, fast wäre ich mit unserem Rucksack stecken geblieben. Bei der Führung schien die Sonne, doch dann drohten schon wieder die Regenwolken, wir fuhren zum Giftshop, holten die Puppe ab. Kaum beim Hotel angekommen fing es wieder an zu regnen. Abends besorgte ich noch Packmaterial um die Puppe schon auf den Heimweg zu bringen. Die Staumöglichkeiten auf dem Motorrad sind halt begrenzt so schicken wir immer wieder ein Paket nach Hause.
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Wir machen uns auf den Weg nach Las Vegas.
Heute kommen wir bis Hanksville
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Nach dem Frühstück im Steakhouse von Hanksville machen wir uns auf den Weg durch wunderschöne Berglandschaft (Capital Reef) vorbei an Obstbaum Plantagen. Um 14:30 sind wir am Bryse Canyon, alle Hotels sind ausgebucht, die Nachttemperatur liegt um den Nullpunkt also ist Zelten ebenfalls nicht angesagt. Der Motel-6-Führer bietet ein Motel in ST.Georg, dort reservieren wir. Das heist heute sind noch xxxMilen angesagt. Dann werden wir die Canyons eben erfahren und nicht erlaufen. Wir schießen ein paar Fotos und machen uns wieder auf den Weg. Um 16:00 Uhr erreichen wir den Zion Canyon. Während wir im Bryse Canyon gefroren haben ist es hier schön warm. Die untergehend Sonne taucht alles in ein warmes Licht und läßt die roten Felsen doppelt schön leuchten. So gegen 20:00 Uhr erreichen wir das Motel in St. Georg, ich springe noch in den Pool. Anschließend gehen wir chinesisch essen im Restaurant nebenan.
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Nach einem ausgiebigen Frühstück bei Job's Big Boy reserviere ich Zimmer in Las Vegas. Die erste Nacht im Motel 6 und zwei Nächte, laut Anzeige: "ich kann Ihnen alles besorgen" Honey moon suite im Imperial in Las Vegas.
Mit jedem Kilometer Richtung Las Vegas wird es wärmer. Wir merken Las Vegas ist eine Wüstenstadt. Gegen 12:00Uhr überschreiten wir die Stadtgrenze, die Ampeln zeigen uns die rote Karte. Unterm Helm fängt das Hirn an zu kochen, der Schweiß läuft in Strömen, wir haben das Gefühl die Sonne verbrennt uns die Knie durch die Lederhose hindurch. Da der Reißverschluß an der Motorradhose von Heike kaputt ist suchen wir einen Schneider. Wir finden eine Schneiderei, die chinesische Schneiderin verspricht uns die Hose bis zu unserer Abreise Übermogen Abend fertig zu haben. Danach erste Fahrt durch die Spielerstadt. Bei MacDonald eine large Diet Coke für 50Cent, das Wasser für mich ist kostenlos.
Zurück im Motel, duschen, Haare waschen und tocknen am Swimming Pool. Heike bereitet sich auf die Glitzerwelt von las Vegas bei Nacht vor. Weiser bauschiger Rock, schwarzer Body und Löwenmähne, viel zu schade für einen Helm. So fährt Sie ohne Helm in die Stadt. Schon nach dem ersten Kilometern stoppt uns die Polizei. Im Gegensatz zu Kalifornien ist in Las Vegas das Glücksspiel legal aber das Fahren ohne Helm nicht. Doch der Polizist ist gnädig, wir brauchen nichts zahlen. Heike muß absteigen und ich fahre den Helm holen. Nach 15 Minuten bin ich zurück, ich hatte Heike mitten in der Perpherie zurück lassen müssen, keine schöne Gegend um als Frau dort alleine herum zu stehen, doch die Polizei fuhr mehrfach Patroulie.
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