Motorradtour Kalifornien / USA Teil1

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Hallo Ihr da draußen,

Karte

was haltet Ihr von einem Trip durch die USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Alles begann mit der Möglichkeit 2 Jahresurlaube zumindest teilweise zusammen legen zu können und somit 9 Wochen Urlaub zu haben.

Also die Karte von USA besorgt und die Orte markiert deren Namen ich schon so oft gehört habe: New York, Niagarra Fälle, Florida, Disneyland Miami Beach, New Orleans, Missisippi, Texas, Las Vegas, Death Valey, Los Angeles, San Francisco usw. Eine Rundtour mit den wichtigsten Punkten, einmal durch die USA und wieder zurück, das müßte doch zu schaffen sein in 9 Wochen.

Also noch einmal die Karte angeschaut, die Strecke ausgemessen: 26tausend Kilometer, wau
Wie bitte, 26tausend in einem Land? 26tausend durch 9 Wochen = 26tausend durch 45 Tage. D.h. mehr als 500km pro Tag. Ach ich habe ganz vergessen zu sagen diese Tour aber bitte auf dem Motorrad. 2 Personen, Gepäck für 9 Wochen und Zelt auf einem Motorrad.

Irgend etwas kann doch hier nicht stimmen oder? Ist da nicht irgendwo ein Rechenfehler? Ein Kollege sieht meine Schwierigkeiten. Am nächsten Tag bringt er 2 Landkarten mit. 1mal Deutschland und im gleichen Maßstab eine von, nein nicht USA, von Süd-Kalifornien. Langsam wird mir klar: Ganz Deutschland hat die Größe von Halb-Kalifornien. Und dann, ach ja USA ist ein Zusammenschluß von 51 Staaten, und so mancher Staat ist größer als Deutschland. Nun verstehe ich auch wenn manche sagen: Das Schmuckkästchen Deutschland oder Europa in 7 Tagen.

Also was machen wir: Wir wollen mit dem Motorrad in die USA aber bitte nicht mehr als ca. 200km pro Tag und außerdem noch ein paar Tage faulenzen.

Die Entscheidung fällt für 'Go West', anders ausgedrückt wir haben eine Freundin in Los Angeles also eine Anlaufstelle. Für den ersten Trip in die USA war uns das eine sehr große Hilfe.

Jetzt aber los Kataloge geholt und Preise angeschaut.

Motorrad (75DM pro Tag + Versicherung + km-Geld) x 45 Tage = zuviel

Wieso eigentlich leihen wir haben doch selber eine Maschine, zwar keine Harley aber bisher hat sie uns überall hin getragen. Die nächsten Wochen vergehen kläglich niemand will die Maschine zu einem bezahlbaren Preis transportieren (Luftfracht pro Kilo oder nach Kubikmeter Raumbedarf so zwischen 4-6tausend DM).

Dann endlich Erfolg ein Hamburger Reisebüro bietet eine Schiffspassage und eine Kaskoversicherung in der USA = gebongt. (Dies war vor einigen Jahren, mittlerweile gibt es mehrere Reiseveranstalter, die den Transport per Flugzeug übernehmen zu Preisen eines normalen Tickets).

Für mich hieß das am 1.April mit der Maschine nach Bremerhaven zum Verladen aufs Schiff damit das Motorrad Mitte Juni in Los Angeles bereit steht.

Nach dem nun die Eckdaten feststehen geht’s ins Detail. Nach dem Studium mehrerer Touren aus Zeitschriften, Büchern und Reiseführern kristallisiert sich folgende Strecke heraus:

Los Angeles, San Diego, Organ Pipe (die erste Übernachtung in der Wüste), Tucson (der 1. Kontakt zum Wildwest Film), Phoenix, Grand Canyon, Las Vegas, Death Valley, Yosemite Nationalpark, Sacramento, San Francisco Los Angeles. Zusammen rund 8000km.

Insgesamt eine Tour durch 4 Staaten, Kalifornien, Arizona, Nevada und Utah.

Es ist Ende März, in dem linken Motorradkoffer ist der Lederanzug und die Stiefel meiner Beifahrerin, der rechte enthält Jeans und Schuhe für mich. Im Tankrucksack ist das Werkzeug und die Regenkombis, im Holiday-Bag die Schlafsäcke. Außerdem Zelt, Matten und als Luxus zwei kleine Kopfkissen.

Am 1. April beginnt die erste Etappe zum Schiff nach Bremerhaven. In München verdunkelt sich der Himmel leichtes Schneetreiben setzt ein und das ohne Thermokombi. An der Raststätte Nürnberg-Feucht brauche ich eine ¼ Stunde um meine durchgefrorenen Knochen vom Motorrad zu hieven. Zwei Kännchen Kaffee bringen die Eisballs zum Schmelzen.

Jetzt brauche ich einen guten Einfall, denn so geht das nicht weiter. Spätestens in Frankfurt falle ich erfroren von der Maschine und doch muß ich morgen in Bremerhaven sein. Ich schaue den LKW's nach, das was mich auskühlt ist doch der Fahrtwind, wenn ich den wegnehme muß es gehen. Also auf, wer nicht wagt der nicht gewinnt. Zurück auf der Autobahn suche ich mir einen möglichst schwer beladenen LKW (von wegen dem Bremsweg) und gehen in dessen Windschatten. Nach einiger Zeit wird der Fahrer unruhig, er geht mehrere male auf die Standspur, ich bleibe ruhig hinter ihm auf der rechten Spur.

Mittlerweile hat ein anderer LKW hinter mir aufgeschlossen. Vielleicht haben Sie sich über Funk verständigt. Es geht mit gut 100 dahin, muß gebremst werden leuchten die Rücklichter 2x kurz auf, wird überholt schert zuerst der Hintermann aus, wartet, dann schert meine Zugmaschine aus und die Fahrt geht weiter im 3er Gespann.

Wie bitte schon 500km und noch nicht getankt?! Ausfahrt Dortmund, großes Hupkonzert, ein Gruß, meine beiden Beschützer verlassen die Autobahn. Durch das Sandwich habe ich knapp 3 Liter auf 100km verbraucht. Und, und ich bin nicht erfroren. Nach einigen weiteren Windschattenfahrten komme ich nach Osnabrück wo ich übernachten möchte. Ich klingele, möchte einen 'Guten Abend' wünschen doch ich bekomme die Zähne nicht auseinander. Nein nicht eingefroren aber durch das ständige Zusammenbeißen der Zähne, um das Klappern zu unterdrücken, habe ich eine Blockade des Kiefers. Ich gehe früh schlafen, trotz Heizung an und dicker Decke hole ich mir nach einiger Zeit noch meinen Schlafsack.

Am nächsten Morgen liegt Rauhreif auf den Wiesen, na danke,
aber bis Bremerhaven sind es nur noch ca. 200km, also los.

In Bremerhaven angekommen suche ich die Spedition. Die Maschine wird begutachtet, der Tankrucksack ist zu hoch, er soll besser auf die Sitzbank gestellt werden. OK, so kann das Motorrad in eine Kiste verpackt werden.

Ich hole Jeans und Schuhe aus dem rechten Motorradkoffer, ziehe mich um, nun wandert auch mein Lederanzug und die Stiefel in den zweiten Seitenkoffer. Ein letzter Blick auf die Maschine, hoffentlich geht alles gut, es stellte sich nämlich heraus: eine Transportversicherung gibt es nicht.

Es ist Anfang Juni, die Reisevorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Visa sind mittlerweile auch eingetroffen jedoch nicht die Flugkarten.
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Heute ist der große Tag, der 5. Juni, wir brechen auf die neue Welt zu erkunden.

  • 6:10 Bus
    6:40 S-Bahn
    7:45 Flughafen Bus
  • Drei Stunden vor dem Abflug erreichen wir den Flughafen München. Die Welt ist klein, wir haben Urlaub, sind aufgeregt was uns alles erwartet, bei unseren ersten großen Flug, und wer begegnet uns: Herren aus der Chefetage unseres Arbeitgebers: Nein wir fliegen nicht dienstlich sondern privat und auch nicht an die Ost-Küste sondern an die West-Küste. Jetzt aber hoppla hopp, trotz Urlaub habe ich es eilig, denn es fehlt uns noch eine Kleinigkeit: Unsere Flugtickets.

    Am Schalter der KLM hört sich eine Dame unsere Wünsche nach den Flugtickets lächelnd an, dann sagte Sie freundlich: Nein Flugtickets liegen nicht vor, und außerdem wisse Sie nichts von fehlenden Tickets. Mir wird heiß und kalt und das gleichzeitig. Nach einiger Zeit der Diskussion entschied die Dame: Sie werde sehen ob Sie die Genehmigung bekomme uns heute noch Tickets auszustellen. 'Noch heute' das sind ja Aussichten, unserer Flieger soll in knapp 2 Stunden abheben.

    Meine Freundin ging erst mal Frühstücken ich blieb in Sichtweite des KLM-Schalter. Gott sei Dank ging dann doch alles noch glimpflich aus und die Tickets waren fertig bevor meine Freundin vom Frühstück zurück war. Nachdem wir unserer Gepäck aufgegeben hatten blieb noch Zeit für einen Besuch im DutyFree Shop. Anschließend ging es zum Gate A18. Wir sahen wie unser Flieger beladen wurde, eine DC9 der Lufthansa die uns zu unseren Zwischenstop nach Amsterdam bringen wird. Im Flugzeug beginnt vor dem Start eine Zeremonie die wir heute nochmal genießen dürfen. Die Stewardessen stehen im Mittelgang des Flugzeuges verteilt und müssen zu den Ausführungen aus dem Lautsprecher die Benutzung der Schwimmwesten vorführen, sowie die Sauerstoffmasken und die Anordnung der Notausgänge.
    Wie heißt das doch immer bei den Flugzeugen: Runter kommen sie alle.

    Dann ist es endlich soweit der Flieger rollte an, der Start war gut weder Magen noch Ohren haben sich beschwert. Nach gut einer Stunde ging's schon wieder herunter. Zwei Stunden Aufenthalt in Amsterdam, wir mußten im Innenbereich des Flughafen bleiben, ich bin auch viel zu aufgeregt um den Flughafen zu verlassen.

    Um 14:50 startet unser Jumbo, eine 747vom Flugsteig D52 über den großen Teich zu unserem Ziel Los Angeles. Wir sind gespannt wie dieser Flug ablaufen wird, die Flugzeit ist auf gut elf Stunden angesetzt.

    Nach der Vorführung der Rettungswesten, Sauerstoffmasken und der Lage der Notausgänge, diesmal mit Videounterstützung, wurde der Begrüßungstrunk serviert zusammen mit einer kleinen Tüte Knabberei. Dann werden die Kopfhörer verteilt. An jedem Sitz ist in der Armlehne ein Ausgang für den Kopfhörer, ein Lautstärkeregler und Kanalwahlschalter. Für verschiedene Musikkanäle oder dem Videokanal.

    Als nächstes Video kommt Werbung über die an Bord erhältlichen, zollfreien Waren. Anschließend wurden diese Waren angeboten, wie Langnese im Kino. Und genau wie im Kino kam danach der Hauptfilm. Anschließend wird dem Magen was geboten: Aal mit Salat, Hühnerbrust mit gemischten Reis, Käse aus Holland, Ry-Crips und einen Nußpudding. Dann wieder Video, Essen, Video, Essen.

    Während der Videovorführungen mußten die Jalousien vor den Fenstern geschlossen werden. Ab und zu lugten wir jedoch durch einen Spalt nach draußen und hatten das Glück Grönland zu sehen mitsamt Eisbergen und Eisscholen. Unsere Reiseflughöhe war 11000m bei einer Außentemperatur von ca. -50C. Kurz vor Los Angeles wurden wir vom Kapitän noch auf den Grand Canyon, den Colorado River, Death Valley und Las Vegas aufmerksam gemacht.

    Um 2:05 am nächsten Tag deutscher Zeit, 17:05 oder 5:05pm des selben Tages USA Zeit erreichten wir L.A. (Los Angeles). Na sowas ich denke alle reden doch davon das die USA der Zeit voraus ist. Doch tatsächlich ist die Westküste der USA zeitlich 9 Stunden zurück. Durch die Größe des Kontinentes von Ost nach West verlaufen 4 Zeitzonen durch die USA: Easten Standard Time (-6), Central Standard Time (-7), Mountain Time (-8) und Pacific Standard Time (-9).

    Am Flughafen werden wir schon von unseren Freunden erwartet doch zuerst müssen wir noch die Einwanderungsbehörde überwinden. Wir müssen einzeln vor den Beamten treten. Ihr solltet tunlichst darauf achten das ihr an der Linie stehen bleibt um den Abstand zu wahren anderenfalls zieht sich die Befragung nur noch mehr in die Länge verbunden z.B. mit der Kontrolle ob man auch ein Rückflugticket besitzt. Aber auch das haben wir überwunden und auch unser Leinsamenbrot ist unentdeckt geblieben. Denn das war der Wunsch unserer Gastgeberin.

    Als wir aus dem klimatisierten Flughafengebäude heraus auf die Straße treten merken wir das erste Mal wir sind in Kalifornien (Sunshine State). Es ist mittlerweile 18:00 die Luft ist noch warm. Die Abendsonne taucht alles in ein goldenes Licht, ich bin glücklich.
    Auf dem Parkplatz steht ein Käfer, ein Wagen der aus unserem Straßenbild schon fast verschwunden ist. Der Farbe ist fast vollständig verbrannt aber von Rost keine Spur und das nach über 20 Jahren. Später erfahren wir daß das an der niedrigen Luftfeuchtigkeit liegt (sobald man sich von der Küste entfernt). Doch jetzt fahren wir an der Küste entlang, wir sehen den Pazifik, Palmen, 'Kalifornier' die am Strand entlang joggen. Alle Klischees über Kalifornien scheinen Wirklichkeit werden zu wollen. Herz was willst Du mehr. Am Strand von Malibu vorbei auf der Pazifik Küstenstraße Nr.1. Die Straßen sind hier 2, 3 oder 4spurig (wohlgemerkt in einer Richtung) und ich meine Straßen und nicht Highways. Wir erfahren das die Freeways (die Highways in L.A (Los Angeles)) um diese Zeit völlig verstopft sind und wir deswegen einen Umweg über den Topanga Canyon machen. Uns soll es recht sein, bei dem Ausblick aus dem Wagenfenster überlegen wir des öfteren ob wir nun im Kino sind oder ob das alles Wirklichkeit ist. An der Wohnung angekommen lernen wir erneut das hier manches anders ist. Das 2 Zimmer Apartment entpuppt sich als 4 Zimmer Wohnung. Die Zählweise beschränkt sich ausschließlich auf die Schlafzimmer und zu jedem Schlafzimmer gehört normalerweise auch ein Badezimmer und Karen entschuldigte sich daß das hier ausnahmsweise nicht zutraf.

    Nachdem Auspacken und etwas erzählen war es mittlerweile 23:00 Uhr geworden. Auf die Frage was ich eigentlich in L.A. machen wollte sagte ich: nichts besonders nur sehen wie Ihr hier lebt. Z.B wo und was ihr einkauft. Karen sagte: Na, dann los, fahren wir zum nächsten Supermarkt einige Lebensmittel für den nächsten Tag einkaufen. 'Wie bitte' es ist bereits nach 23:00? Na und viele Supermärkte haben hier 24 Stunden geöffnet und das 7 Tage die Woche! Also dann, ich greife zur Jacke: Was willst Du denn damit? Wieso? Wart's ab. Karen macht die Wohnungstür auf wir treten heraus und es empfängt uns wieder eine wohlige wärme. Aha deswegen keine Jacke. Fast wären wir mit dem Auto gefahren obwohl der Parkplatz vom Supermarkt keine 100 Meter entfernt ist. Doch da wir mehr schauen als kaufen wollen gehen wir völlig unamerikanisch zu Fuß. Der Supermarkt Giant wird seinem Namen gerecht er entspricht der Größe mehr einem Großhandel als einem Supermarkt. Die Gefriertruhen füllen mehrere Reihen. Es gibt je eine Reihe mexikanische, chinesische, japanische Spezialitäten. Eine Salatbar und eine Früchtetheke von nie gesehenem Ausmaß, alles frisch und das wie gesagt mitten in der Nacht. Die Früchte in einer Qualität wie aus dem Spezialitätengeschäft zu Preisen von Aldi. Wir sind verwirrt von der Vielfalt und sind schon satt vom Schauen. Zurück in der Wohnung gehen wir bald ins Bett den mittlerweile sind seit dem Aufstehen in Deutschland mehr als 28 Stunden vergangen.
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    Wir haben gut geschlafen, bis um 9:00. Es sieht so aus als haben wir die Zeitverschiebung gut verarbeitet. Nun gibt es Frühstück: English Muffins, Peanut butter, Jelly. Erdnußbutter mit Marmelade, eine Mischung die bei mir keine Favoritenrolle einnehmen wird. Wir fahren nach Downtown L.A. Über den am stärksten befahrenen Freeway den Ventura-Freeway teilweise 5 Spuren je Fahrtrichtung. In Hollywood am chinesischen Theater wandeln wir auf den in Steinplatten verewigten Fuß- und Handabdrücken von berühmten Schauspielern. Wir sahen Fred Astaire, Ginger Rogers, Sophia Loren , John Wayne. Dann ging's zur Olivera street der Geburtsstätte von Los Angeles. Die ersten Bewohner waren Mexikaner. Chinatown, man fühlt sich nach China versetzt. Die Zeitung, die Reklameschilder, die Auszeichnung in den Läden alles in chinesischen Schriftzeichen. Zurück in Downtown L.A. fahren wir in die 35.Etage des Bueneventure Center Turm. Die oberste Etage ist eine Bar und dreht sich, man hat einen phantastischen Blick über L.A. Happy hour alle Drinks zum halben Preis. Der Western Drink kam in einem gläsernen Western Stiefel. Auf Anfrage konnten wir die Gläser behalten, sie wurden sogar noch gespült, das nenn ich Kundenservice.
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    Heute ist shopping angesagt. Doch zuerst geht's zum 'tripple A' oder AAA (amerikanischer ADAC). Mit der ADAC-Karte bekommen wir hier exzellentes Kartenmaterial und Campingführer, unbedingt zu empfehlen.
    Nun stehen wir vor dem Mall 'The Broadway'. Um es vorweg zu nehmen, der Besuch in diesem 'Geschäft' dauerte den ganzen Tag und das sollte nicht der letzte sein. Was ist ein Mall in einer amerikanischen Großstadt? Der Komplex kann mehrere Häuserblocks umschließen. Alles unter einem Dach, voll klimatisiert. Auf dem Parkplätzen um so ein Mall haben die Autos einer Kleinstadt Platz. So ein Mall umschließt 1 oder 2 große Läden wie z.B. Kaufhof, Karstadt oder Hertie, ein oder mehrere Lebensmittel Supermärkte und 40-200 kleine Läden. Darunter sind auch Läden die nur Strümpfe, Karten, oder Modeschmuck verkaufen. Wenn man einmal die Freundlichkeit und Ruhe in diesen Läden erlebt hat geht man die nächsten 2 Jahre nicht mehr Samstags in die Innenstadt zum Einkaufen. Eine weitere Besonderheit sind die vielen Rabattangebote wie z.B. nehmen Sie 2 gibt’s 1 gratis oder Einkauf für 20$ gibt 1 Swatch Uhr für 5$. So ganz nebenbei kann so ein Mall auch mal eine Eisfläche enthalten zum Schlittschuh laufen (am liebsten in der Wüste). Außerdem beherbergt so ein Mall auch noch eine Freßecke von ungeahntem Ausmaß. Um einen Bereich mit Tischen und Stühlen sind viele Verkaufsstände angeordnet für: Hamburger, Pizza, chinesische, japanische, griechische und spanische Gerichte, Eis, Früchte, Kekse und, und, und, man kann es gar nicht alles aufzählen. Alles geht schnell und ist preiswert und ein Erlebnis. Allein ein Rundgang durch diesen Bereich ist eine Weltreise für die Nase. Es hat mich jedesmal wieder fasziniert. Für Diabetiker ist die Auswahl an Zuckerfreien Sachen enorm. Gerade was auch die Pralinenstände in diesen Bereichen angeht.
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    Heute gehen wir es etwas langsamer an. Anscheinend hat meine Freundin doch der Jet leg, die Zeitverschiebung erwischt (oder wir haben gestern zu viel gegessen). Jedenfalls steht heute für sie Pfefferminztee auf dem Frühstücksplan. Doch nach einem Zwischenstop im Bett und anschließend einer ausgiebigen Dusche ist die Welt wieder halbwegs in Ordnung. Die Mittagspause verbringen wir am hauseigenen Pool. Am Nachmittag mache ich die Computergeschäfte unsicher doch erfolglos (den C16 gibt es in der USA nicht). Am Abend soll es eine kleine Grillparty geben. Wir gehen in den Giant Supermarkt um Fleisch für den Grill zu holen. Ich habe noch nie soviel Sorten Gehacktes gesehen, eine ganze Reihe voll. Genauso bei den Steak Sorten. Da wir in der Schule nie die Übersetzungen für diese Vielfalt an Fleischsorten kennengelernt haben fällt die Auswahl schwer. Doch als das Fleisch auf dem Grill lag merkte man von unseren Problemen nichts mehr es hat hervorragend geschmeckt.
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    Watts-Tower
    Heute steht eine Skurilität auf unserem Wunschzettel, der Watts Tower. Kinder haben die Zutaten dazu aus dem Abfall gesammelt. Die Gegend in der Watts Tower steht wird hauptsächlich von Schwarzen bewohnt, hier geschehen 40% der Morde in L.A. Hier spielt sich das Leben noch auf der Straße ab. Man sitzt mit Nachbarn vorm Haus, die Kinder spielen. Manche Frauen haben bunte Lockenwickler im Haar.
    Danach Kulturschock: Beverly Hill, Rodeo Drive. Im Mail der Reichen hat der Supermarkt eine Auswahl wie ich sie sonst nur in kleinen Delikatessgeschäften sah. Früchte und Gemüse aus aller Welt. Fleisch und Fisch in nie gesehener Auswahl und handverlesener Qualität.
    Es folgte eine sidesighting tour durch die Straßen der Reichen, vorbei an der HotDog Bude am HardRock Cafe.
    Dann fuhren wir durch das Geländer der Universität von L.A. (UCLA), eine Stadt in der Stadt. Daran schließt der Stadtteil WestWood. Die Boutiquen, Cafes, Theater und Kinos zeigen die Trends von Übermorgen. In den Kinos werden die Previews der Filme gezeigt.
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    Heute, Sonntag bleibt die Küche kalt wir gehen in den Coffee Shop.
    Als erstes kommt die Kellnerin und stellt jedem ein großes Glas Wasser mit noch mehr Eiswürfeln hin. Dann die Aufnahme der Bestellung. Für nicht Eingeweihte ist dieses Art - einem Ritual gleich - völlig unverständlich. Die Wahl welches Omelett ist ja noch einfach, doch zu jedem Omelett gehören Beilagen und deren Auswahl erfolgt nach einem festen Schema in extremer Kurzform.
    Der Toast: white or whole weat.
    Die Spiegeleier: sunny side up or over easy (und bitte nicht vor lauter Schreck oversized)
    Dazu gibt es noch hush browns (roh, geraspelte Kartoffeln auf der heißen Herdplatte gebraten).
    Auch Griesbrei ist hier auf der Speisekarte zu finden mit einem großen Stück Butter, oder vielleicht Bratensoße?

    Gut gestärkt fahren wir anschließend nach Venedig. Für mich eine weitere Besonderheit in den USA. Hier findet man so ziemlich alle bekannten Städtenamen aus good old Europa wieder.

    Malibu, Santa Monica und Venice Beach alles Orte die Träume wecken.
    In Venice Beach stellt Karen den Wagen auf einen bewachten Parkplatz. Die Ausfahrt ist nicht wie bei uns ebenfalls mit einer Schranke gesichert, schaut man nicht genau hin meint man, man könne die Gebühren sparen; doch Vorsicht; was wir bisher nur aus dem Film und Fernsehen kannten ist hier Realität. Der Ausgang ist gesichert durch eine Reihe spitzer Krallen die beim falschen befahren unweigerlich die Reifen zerstören!

    Venice Beach, hier wird Wirklichkeit was man nur als Klischee von Kalifornien empfand.
    Die Menschen sind freundlich, gut gelaunt, braun gebrannt, sportlich, zumindest die, die man auf der Promenade am Wochenende zu sehen bekommt. Jeder tut hier etwas zur Körperertüchtigung.

    Irgendwie klingt das alles kitschig, blöde, erlogen oder schlicht falsch. Ja und nein, heute am Wochenende schieben sich hier die Menschenmassen durch die Promenade und doch fasziniert mich das Flair. Vielleicht später hierzu mehr.
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    Karen muß heute wieder arbeiten Ihr Freund Marten bringt sie zur Arbeit und uns später zu den Universal Studios. Eine der weltweit bekannten Attraktion von L.A. Ehe man sich versieht ist man vom Zuschauer zum Akteur geworden im Screen test comedy theater.
    Es wurde mit den ausgewählten Zuschauern mehrere Szenen gedreht:
    1. Banküberfall, eine Oma die Ihr ganzen Geld einzahlen wollte wird die Geldtasche geraubt.
    2. Flucht zu Pferd, bei der Flußdurchquerung verlieren die Räuber die Geldtasche
    3. Ein Liebespaar rudert den Fluß entlang und findet die Tasche, das Boot sinkt sie schmeißen die Tasche im hohen Bogen in die Luft
    4. Ein offenes Flugzeug kommt geflogen, die Tasche wird aufgefangen. Ein Unwetter kommt, das Flugzeug kippt die Tasche fällt heraus
    6. Die Tasche fällt der Oma vor die Füße.
    Das ganze wird auf Video aufgezeichnet und die Akteure können das Video als Erinnerung mitnehmen.
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    Der heutige Tag ist belegt mit shopping in der näheren Umgebung. Triffty Drogerie, die hier gebotene Auswahl an künstlichen Fingernägel ist überwältigt.
    Außerdem haben wir einen second hand shop der 'Heilsarme' besucht.
    Wer über diese Mischung staunt, so groß ist die Spannbreite des Konsums.
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    Heute ist der große Tag, ich kann endlich das Motorrad in Empfang nehmen. Das Schiff hat nun mehr als 1 Woche Verspätung. Wir haben uns einen Van gemietet. Zuerst ging's zur Spedition, dann zum Zoll nun endlich zum Lagerhaus. Ein Gabelstapler legt uns einen rießigen Holzverschlag vor die Füße. Das war's. Nach einiger Irritationen versuche ich mir Werkzeug zu leihen um die Kiste zu öffnen. Und zwar so daß ich die Kiste zum Schluß wieder für den Rücktransport verwenden kann. Nachdem die 1. Wand von der Kiste fällt wird klar: die Kiste hatte keinen Boden sondern nur einen U-Träger auf dem das Motorrad steht und einen Eisenkäfig. Der Tankrucksack mit dem Werkzeug und den Regenkombis fehlt. Batterie wieder anklemmen Benzin einfüllen, Hurra der Motor läuft. Ohne Probleme geht es zu Karens Wohnung zurück. Die ganze Arie hat den kompletten Tag gedauert, auf dem Tacho sind 150 Meilen mehr und das innerhalb einer Stadt, das sind schon riesige Abmessungen hier.
    Zur Feier des Tages gehen wir zum Dinner ins Cafe 50' , ein toller Abschluß.
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    Nach den gestriegen Aufregungen lassen wir es heute ruhig angehen. Die Wäsche wird gewaschen: Eine neue Überraschung die Waschmaschinen haben keine eigene Heizung sondern nur einen Warm- und einen Kaltwasseranschluß und damit macht man die drei möglichen Temperaturen heiß, warm und kalt ?!
    Die weißen Socken werden auf dem Herd gekocht. HiTech Land USA.
    Danach Eis essen und sonnen am hauseigenen Pool..
    Anschließend übernehmen wir heute die Versorgung des Dinners. Spaghetti mit Tomaten und Zuchini und auf speziellen Wunsch dazu Rotkohlsalat.
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    Heute starten wir die Erkundung von L.A. das erste Mal auf eigene Faust, im Sattel unserers Motorrads. Bummel über den Hollywood Boulevard. Besuch eines Wachsfiguren Kabinetts. Den Sunset Drive entlang. Als wir Abends zurück kommen voll gestopft mit den Bildern des Tages aber mit leerem Magen gibt es einen phantastischen mexikanischen Auflauf, von unserer Gastgeberin mit viel Liebe zubereitet.
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    Wer hat sie noch nie im Kino gesehen, die große hölzerne Achterbahn?
    Deswegen ist heute Magic Mountain auf dem Terminplan, ein Attraktionenpark mit 13 Achterbahnen. Einmal zahlen, fahren bis der Park schließt. Hier lernen wir eine neues 'Hobby' der Amerikaner kennen. Es wird mit einer Ruhe und Gelassenheit, und ohne zu Drängeln 90 Minuten gewartet, um dann für 90 Sekunden Achterbahn zu fahren. Beides war faszinierend, das Fahren hat mir aber besser gefallen.
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    Wir stürzen uns wieder mit dem Motorrad in das Getümmel der Freeways von L.A. hier wird die Fahrt schon zu einem Erlebnis. Über Straßen zu fahren mit bis zu 6 Fahrspuren PRO Fahrtrichtung. Und das eigentlich stressfrei. Hier wird sehr rücksichtsvoll gefahren und da die Geschwindigkeit- unterschiede auf den Highways / Freeways gering ist gibt es keine Probleme. Überholt werden darf rechts und links. Bei einem Unfall hat, wer wechselt, Schuld.
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    Disneyland in Anaheim, Los Angeles, California
    Das Erlebnis fängt schon auf dem Parkplatz an. Mehrere Leute leiten den Autostrom in die einzelnen Parkreihen. Kaum füllt sich die Reihe kommt auch schon der Pendelbus der uns zum Eingang des Parks bringt. Während der Fahrt wird ständig die Parkplatzreihe angesagt mit dem Hinweis sich die Nummer zu notieren, (sehr hilfreich denn der Parkplatz hat die Größe von einigen Fußballfeldern). In Disneyland hat mir am besten Space Mountain gefallen, eine Achterbahn im Dunkeln. Alles ist so durchorganisiert, sodaß auch eine sehr große Menschenmenge reibungslos durchgeschleust werden kann. Dabei hilft auch, daß die Leute hier anstandslos anstehen (standing in line) und das manchmal 1½ Stunden. Etwas an, daß wir uns erst noch gewöhnen müssen.
    Interessant war auch eine U-Boot Fahrt. Ich finde, wenn die Amerikaner sowas aufziehen, dann richtig. Eine Attraktion reiht sich an die Nächste, durch die hohe Besucherzahl läßt sich ein gewaltiger Aufwand treiben, um die Illusion immer weiter zu perfektionieren.
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    Heute ist geplant den Verlust des Tankrucksacks zu ersetzen. Nicht ganz einfach, da daß Werkzeug hier normalerweise in Inchgröße verkauft wird. Nach längerem Suchen finden wir in einem Autoshop für German cars metrische Werkzeuge. Als noch viel schwieriger erweist sich der Wunsch nach einem Regenkombi, man merkt: it never rain in southern California.
    Zurück in unserem Quartier beginnt der ganz normale Alptraum: Motorradkoffer packen, um 23:30 gibt meine Partnerin völlig frustriert auf.
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    Nach einem ausgiebigen Frühstück der 2. Versuch vielleicht doch etwas in den Koffer zu bekommen, diesmal mit Erfolg. Alles was man (Frau) mitnehmen will aufs Bett, das Ganze halbieren und dann noch mal halbieren und schon paßt's. Jetzt fehlt nur noch eine Regenkombi, beim Cycle Rider werden wir dann pfündig.
    Es ist 14:00 alles ist fertig, doch sollen wir tatsächlich noch aufbrechen?
    Diesmal ist es Heike, die mich antreibt, und so sind wir um 15:15 auf Tour.

    Das erste Mal mit voll beladener Maschine auf dem Ventura Freeways. Die Straßen füllen sich zunehmend, es ist rush hour angesagt im stop and go Tempo verlassen wir Los Angeles Richtung San Diego. Doch mit der sinkenden Sonne wird alles mit einem warmen Licht verzaubert.
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    Teil2

    Verpflegung:
    lokale coffee shops für's Frühstück
    Ketten wie Sizzlers, Denny's, Bob evans
    zu empfehlen 'all you can eat salatbar'

    Übernachtung:
    Motel six;

    Empfohlene Literatur:
    Der Motorrad Reiseführer
    von Reiner H. Nitschke
    Motorbuch Verlag
    ISBN 3-87943-891-9*

    Richtig reisen DuMont Los Angeles
    ISBN 3-7701-1208-3

    Baxter Reiseführer Kalifornien
    ISBN 0-913384-73-9

    Hier nochmal die gesamt Route im Überblick: